Miteinander reden, aber wie?

Für ein gutes und fruchtbares Gespräch ist es hilfreich folgende Gesprächsregeln zu beachten:

In der Sprecherrolle sollten Sie

  • sich öffnen und beschreiben, was in Ihnen vorgeht. Anklagen und Vorwürfe können Sie vermeiden, wenn Sie Ihre Gefühle und Bedürfnisse direkt äußern.
  • Sie sollten von Ihren eigenen Gedanken und Gefühlen sprechen und nicht von den Gefühlen oder Gedanken des anderen. ("Da warst du doch gleich eingeschnappt, das habe ich sofort gemerkt, leugnen nützt nichts!")
  • Sprechen Sie konkrete Situationen oder Anlässe an, so dass Verallgemeinerungen (immer, nie) vermieden werden.
  • Sie sollten von konkretem Verhalten in bestimmten Situationen sprechen, dadurch vermeiden Sie dem anderen negative Eigenschaften zuzuschreiben.
  • Sprechen Sie vom Hier und Jetzt, da bei Rückgriffen auf die Vergangenheit das Gespräch Gefahr läuft, völlig vom eigentlichen Thema abzuweichen.
  • Verzichten Sie darauf "Verbündete" aufzuführen. ("Meine Mutter sieht das genauso". "Selbst dein Freund hat mir das bestätigt.")

In der Zuhörerrolle sollten Sie

  • dem Partner/ der Partnerin nonverbal deutlich zeigen, dass Sie ihm/ihr zuhören und Interesse an seinen Äußerungen haben. (Diesen Eindruck erwecken Sie nicht, wenn Sie als Zuhörer/Zuhörerin weiter Ihre Zeitung lesen.)
  • Fassen Sie die wesentlichen Äußerungen des Sprechers/der Sprecherin möglichst in eigenen Worten zusammen und melden Sie sie zurück, um deutlich zu machen, dass Sie ihn/sie verstanden haben.(auch wörtliche Wiederholungen sind möglich)
  • Wenn Sie im Verlauf der Unterhaltung den Eindruck haben, dass der Sprecher/die Sprecherin seine/ihre Gefühle und Wünsche nur indirekt äußert, und Sie nicht ganz sicher sind, was er/sie empfindet, sollten Sie gezielt danach fragen.
  • Teilen Sie dem Sprecher/der Sprecherin mit, wie gut Ihnen die offenen und verständlichen Äußerungen tun, also geben Sie ihm/ihr auch positive Rückmeldung.
  • Es gibt Situationen, in denen es Ihnen nicht möglich sein wird, mit Verständnis auf den Sprecher/die Sprecherin zu reagieren, etwa weil dessen/deren Äußerungen Sie sehr aufgebracht haben. In einem solchen Fall sollten Sie indirekte Aussagen vermeiden, wie z.B.: „Aber das stimmt doch nicht.“ Stattdessen melden Sie besser Ihre eigenen Gefühle direkt zurück, z. B.: „Ich bin völlig verblüfft, dass du das so siehst.“

Diese Gesprächsregeln sollten Sie nicht nur als hilfreiche Techniken nutzen, sondern als Ausdruck einer achtungsvollen Grundhaltung dem Partner, der Partnerin gegenüber.